Geschmack & Charakter
Susumaniello zeigt im Glas meist viel dunkle Frucht: Schwarzkirsche, Pflaume, Brombeere, dazu oft etwas Veilchen, mediterrane Kräuter und ein Hauch Lakritz oder Gewürz. Die Säure ist in der Regel mittel bis eher frisch und gibt dem Wein Zug, ohne spitz zu wirken. Das Tannin ist spürbar, aber meist reif und rund, der Körper liegt eher im mittleren bis kräftigen Bereich, oft mit 14 Volumenprozent und mehr, was Wärme und Druck am Gaumen bringt. Im Mund wirkt das saftig und dunkeltonig, mit Fruchtkern und leichter Würze statt viel Holz. Der Nachhall ist ordentlich bis lang, häufig auf reifer schwarzer Frucht, Kräutern und einer leicht herben, erdigen Spur.
Anbau & Region
Susumaniello ist heute fast ganz auf Apulien konzentriert, vor allem im Salento zwischen Brindisi, Lecce und Taranto; auf dem Etikett steht oft Puglia IGP oder Salento IGT. Das Klima dort ist heiß, sehr sonnig und trocken, mit Wind von Adria und Ionischem Meer: Die Trauben reifen sicher aus, bauen viel Zucker auf und ergeben oft dunkle, kräftige Weine mit spürbarer Wärme und reifer Frucht. Viele Weinberge stehen auf roten, eisenhaltigen Lehmböden über Kalk oder auf kalkigem, teils steinigem Untergrund; der Lehm hält in trockenen Sommern Wasser, der Kalk bremst den Wuchs und gibt meist etwas Straffheit in den Wein. Daraus kommt dieser typische Kontrast: viel Schwarzkirsche, Pflaume und dunkle Würze, aber nicht selten auch ein herber, leicht erdiger Zug und griffiges Tannin. Wo die Böden sandiger und näher an der Küste sind, wirkt Susumaniello meist etwas heller, saftiger und weniger massiv als aus den schweren roten Innenland-Parzellen.
Passt zu
Susumaniello aus Apulien mag Gerichte mit Röstaromen und etwas Saftigkeit, zum Beispiel Ossobuco mit Tomate und Kräutern oder Lammkoteletts vom Grill. Die Rebsorte bringt meist dunkle Frucht, Würze und spürbares Tannin mit; das greift Eiweiß und Gelatine im Fleisch gut auf und wirkt dann runder. Auch zu Salsiccia mit Fenchel und geschmorter Paprika funktioniert das sehr gut, weil die Würze im Wein die herzhaften, leicht süßlichen Aromen im Gericht aufnimmt. Wenn es vegetarisch sein soll, passt eine Auberginen-Lasagne mit Tomatensugo: Die Säure der Tomate hält den Wein lebendig, die Röstaromen der Aubergine nehmen seine dunklere, würzige Seite auf. Weniger gut sind sehr feine, zarte Sachen wie gegrillte Forelle, weil Tannin und Alkohol den Fisch schnell überdecken.


