
Capdevielle & Ginter
Capdevielle & Ginter— Weingut, Profil & Sortiment
Société Civile d'Exploitation Agricole. Château L'Évêché. Das Château L'Évêché ist das erste Schloss, das in den 1880er Jahren beim INPI registriert wurde. Es ist einer der angesehensten Weine der Appellation. Der Haute Couture-Wein Château L'Évêché ist die Speerspitze der Capdevielle & Ginter Group. In der gleichen Ton- und Kiesader wie die besten Pomerolais-Terroirs (Petrus) und nördlich von Saint Émilion (Cheval Blanc und Figeac) erstreckt sich das Terroir des Château L'Évêché über zwei Hektar. Sie produzieren dort mit Leidenschaft einen Wein, der sich aus allen Rebsorten der Appellation zusammensetzt: Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon, Malbec und Carménère. Seit der Übernahme des Schlosses im Jahr 2008 haben sie sich bemüht, diesen Grand Cru zu einer der Referenzen der Appellation zu machen.
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Stil & Handschrift
Capdevielle & Ginter arbeitet klar aus der Saint-Émilion-Ecke: rote Bordeaux mit Merlot im Vordergrund, gestützt von Cabernet Franc, also eher auf Dichte, reife Frucht und ein rundes Mundgefühl gebaut als auf straffe Kühle oder reine Sorten-Show. Die Beschreibungen betonen Böden und Lagen recht deutlich – Ton, Kies, Lehmsand –, deshalb wirkt das Gut eher terroir-orientiert als auf einzelne Rebsorten zugespitzt, auch wenn Merlot stilistisch den Takt vorgibt. Aus den verfügbaren Daten lässt sich kein sauberer Schluss zu Ausbau in Holz oder Edelstahl, noch zu reduktivem oder oxidativem Arbeiten ziehen; im Glas scheint die Handschrift aber auf kraftvolle, zugängliche, klassische Grand-Cru-Rotweine hinauszulaufen. Château La Chapelle-Lescours mit 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc passt genau in dieses Bild: voll, weich in der Anlage, mit genug Cabernet-Franc-Zug, damit der Wein nicht breit wird. Insgesamt keine asketischen Bordeaux, sondern Weine mit Substanz, Wärme und der typischen Saint-Émilion-Mischung aus Frucht, Würze und Boden.
Lage & Anbaugebiet
Capdevielle & Ginter arbeitet in Bordeaux, genauer auf der rechten Uferseite rund um Saint-Émilion. Zentral sind zwei Terroirs: Château L’Évêché liegt laut Beschreibung auf einer Ton- und Kiesader nördlich von Saint-Émilion, also in einem Umfeld, das für wasserhaltende Lehmböden plus drainierende Kiese steht; das gibt in der Regel dichte, saftige Rotweine mit reifer Frucht, Substanz und zugleich einer gewissen Frische. Château La Chapelle Lescours sitzt ebenfalls in Saint-Émilion, hier auf lehmig-sandigen Böden, die meist etwas früher zugängliche, offene und weniger schwere Weine begünstigen. Im Sortiment, das hier sichtbar ist, spielt damit klar die Appellation Saint-Émilion die Hauptrolle, mit klassischer Right-Bank-Logik aus viel Merlot und Cabernet Franc. Zur Höhe oder Exposition macht die vorliegende Grundlage keine verlässlichen Angaben, deshalb bleibt es bei dem, was sich sauber sagen lässt: tonig-kiesige und lehmig-sandige Böden prägen hier Stil und Struktur deutlich.
Passt zu
Zu der klaren Hauptlinie von Capdevielle & Ginter passt am besten ein klassisches Entrecôte bordelaise mit Schalotten, etwas Mark und einer reduzierten Rotweinsauce, dazu gratin dauphinois oder Kartoffeln aus der Pfanne. Der Saint-Émilion-Stil aus viel Merlot und Cabernet Franc bringt reife dunkle Frucht, Fülle und genug Gerüst mit, um Fett, Röstaromen und die Süße der Schalotten aufzunehmen, ohne hart zu wirken. Gerade die weiche, dichte Merlot-Frucht fängt das saftige Fleisch gut auf, während der Cabernet Franc Frische und eine herbe Kante in die Kombination zieht. Wenn es etwas rustikaler sein soll, funktioniert auch Lammkeule mit Kräutern und Knoblauch sehr gut, weil die Würze den Wein nicht erschlägt, sondern seine Kraft und Wärme sauber herausarbeitet.
Bordeaux, Saint-Émilion
Saint-Émilion liegt östlich der Stadt Bordeaux am rechten Ufer der Dordogne. Die Region ist kein flaches Massenland, sondern von Kalksteinplateaus, Hängen und tiefer liegenden Parzellen geprägt. Genau diese kleinen Unterschiede in Höhe und Boden machen hier viel aus.
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