Ampurdán - Costa Brava (D.O.).
Weine aus Ampurdán - Costa Brava (D.O.): Terroir, Stil & Empfehlungen
Ampurdán - Costa Brava liegt im äußersten Nordosten Kataloniens, in der Provinz Girona, zwischen den Ausläufern der Pyrenäen und dem Mittelmeer.
Charakter & Stil
Rotwein aus Ampurdán-Costa Brava zeigt oft reife dunkle Frucht statt frischer roter Beeren: schwarze Johannisbeere, Pflaume, manchmal Brombeere, dazu trockene Kräuter, Garrigue, etwas Erde und nicht selten ein salziger, windiger Eindruck. Die Säure wirkt meist mittel, also spürbar, aber nicht nervös; der Körper eher mittel bis kräftig, der Alkohol oft auf der warmen Seite, was zur Nähe zum Mittelmeer passt. Bei den Tanninen ist häufig Griff da, gerade wenn Cabernet im Spiel ist: nicht staubtrocken, aber mit Druck und Struktur. Im Unterschied zu Bordeaux wirkt das hier meist sonnenreifer und kräuteriger, mit weniger kühler Strenge und oft etwas mehr Wärme im Mund; gegenüber Priorat fehlt dafür oft die massive Dichte und Schwere. Ein Wein wie Puntiapart Tinto 2012 mit 85 % Cabernet Sauvignon und 14,5 % Alkohol passt gut in dieses Bild: Cassis, dunkle Frucht, Kräuter, spürbares Tannin und ein voller, warmer Zug.
Lagen & Sub-Regionen
Die D.O. Empordà – auf Etiketten oft auch mit Costa Brava mitgedacht – hat keine festgezurrte Unterzonen-Struktur wie viele französische Appellationen; wichtiger ist hier die Lage im nördlichsten Katalonien zwischen Pyrenäen-Ausläufern und Mittelmeer. Grob unterscheidet man das kühlere, windoffene Alt Empordà um Cap de Creus und die Ebene bei Figueres von den etwas geschützteren, oft wärmeren Bereichen Richtung Baix Empordà und Küste. Der Unterschied kommt vor allem vom Tramuntana: Dieser starke Nordwind trocknet die Weinberge, senkt Krankheitsdruck und gibt vielen Weinen mehr Frische und Spannung, trotz viel Sonne. Bei den Böden reicht das Spektrum von Schiefer und Granit in Hanglagen bis zu alluvialen, sandigen und kalkhaltigen Böden in den Ebenen; entsprechend wirken Weine je nach Herkunft straffer und salziger oder runder und reifer. Wer in Empordà über Herkunft spricht, meint deshalb meist eher einzelne Gemeinden, Küstennähe, Höhenlage und Boden als offiziell benannte Sub-Appellationen.
Passt zu
Zu einem kräftigen Roten aus dem Empordà wie diesem Cabernet-Merlot passt Escudella i carn d’olla sehr gut, weil Eiweiß und Gelatine aus Fleisch und Brühe das Tannin abfedern und der Wein daneben nicht hart wirkt. Auch Lamm vom Grill mit Rosmarin funktioniert, wie man es an der Costa Brava oft schlicht und rauchig isst: Die dunkle Frucht hält gegen Röstaromen, die Säure nimmt dem Fett etwas Schwere. Spannend ist Entenbrust mit Feigen oder einer dunklen Zwiebelreduktion, denn die reife Frucht im Wein greift die süßlichen Noten auf, ohne dass das Ganze marmeladig kippt. Wenn es rustikaler sein soll, dann Saumagen: Die Würze und das Fett brauchen Struktur im Glas, und genau da helfen Tannin und Alkohol, den Bissen zu ordnen. Weniger passend wäre gegrillter Wolfsbarsch, der unter so viel Gerbstoff und Kraft schnell schmal wirkt.
